Namibia Post März 2010

Erfolgskonzept „Communal Conservancies“
Nominierung für den 2010 Tourism for Tomorrow Award

 

Frankfurt, im März 2010. Die fantastische Natur und die Vielzahl der Wildtiere, die in ihr leben, sind das große Kapital Namibias. Zum Erhalt dieser Naturschätze, zur Förderung der Kommunen und zur Eindämmung von Wilderei hat der namibische Staat im Jahr 1996 das Konzept der „Communal Conservancies“ ins Leben gerufen. Der „World Travel und Tourism Council“ (WTTC) hat kürzlich bekannt gegeben, dass dieses Konzept als einer der Finalisten für den „2010 Tourism for Tomorrow Award“ nominiert wurde. Namibia konnte sich gegen 160 Bewerbungen aus 45 Ländern durchsetzen. Der Gewinner wird am 26. Mai 2010 in Beijing beim „Global Travel & Tourism Summit“ bestimmt.

 

Namibia war weltweit der erste Staat, der den Schutz der Umwelt in seine Verfassung verankert hat. Durch die Einführung der Communal Conservancies haben nun einzelne Gemeinden kraft Gesetz die Hoheit über ihren Lebensraum zugesprochen bekommen. Die Kommune ist somit für den Schutz der Natur und der Wildtiere in ihrer definierten Region selbst verantwortlich und erhält gleichzeitig auch das Recht, ihr Gebiet selbst zu verwalten und zu nutzen. Den Mitgliedern der Kommune ist es erlaubt nach klarer Vorgabe des Ministeriums für Umwelt und Tourismus kontrolliert und limitiert Wild zu schießen bzw. Trophäenjagd für Touristen anzubieten. Sie dürfen die Attraktionen des Landes touristisch nutzen sowie gemeinsam mit privaten Unternehmen Joint Ventures eingehen, wie beispielsweise das Land an private Lodges zu verpachten. Ein gewähltes kommunales Komitee verwaltet die Aktivitäten und beschließt wie die Einnahmen der Kommune zugute kommen. Die Gemeindemitglieder profitieren zum einen direkt durch die Schaffung von Arbeitsplätzen wie auch indirekt zum Beispiel durch den Bau von Schulen, das Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten oder die Unterstützung von Suppenküchen, die von den Einnahmen finanziert werden.

 

Heute existieren 59 Communal Conservancies in Namibia, weitere 29 sind in Planung. Rund 230.000 Menschen leben in diesen definierten Regionen, die zirka 17 Prozent von Namibias Landmasse ausmachen. Seit Einführung der Communal Conservancies sind die Einnahmen der Gemeinden kräftig gestiegen: von 600.000 Namibia Dollar im Jahr 1998 auf 41,9 Millionen Namibia Dollar im Jahr 2008.

 

Jede Communal Conservancy hat unterschiedliche Schwerpunkte der Landnutzung, wobei der Tourismus einen wachsenden Stellenwert einnimmt. Inzwischen gibt es einige Vorzeigekommunen, die es geschafft haben, durch nachhaltige touristische Entwicklung, die Natur und den Tierreichtum zu wahren, Arbeitsplätze zu schaffen und letztlich Einnahmen für die Kommune zu generieren. Die Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor ist in den letzten Jahren verstärkt worden. Inzwischen existieren 29 offizielle Joint-Ventures zwischen Communal Conservancies und privaten Tourismusunternehmen, die Lodges und Campingplätze betreiben. Rund 789 Vollzeitstellen und 250 saisonale Stellen wurden dadurch geschaffen. Seit Beginn im Jahr 1998 hat der private Sektor zirka 145 Millionen Namibia Dollar in Communal Conservancies investiert.

≠Khoadi-//Hôas Conservancy

Die ≠Khoadi-//Hôas Conservancy besteht seit 1998 und war eine der ersten Communal Conservancies in Namibia, die vor allem touristisch genutzt wird. Das Kommunalland umfasst ein Gebiet von 3.366 Quadratkilometern und liegt in der Kunene Region im Nordwesten Namibias. Rund 3.200 Menschen leben dort  sowie zahlreiche Wildtiere wie Elefanten, Zebras, Löwen, Leoparden und Antilopen. Das auf fünf Jahre gewählte Management Commitee der Conservancy besteht aus 17 Personen.

 

Als eine der ersten Conservancies hat ≠Khoadi-//Hôas die Spitzmaulnashörner wieder in diese Gegend eingeführt. Die Conservancy erwirtschaftet ihr Einkommen vor allem aus der kontrollierten Trophäenjagd, aus Tourismus sowie der Nutzung des Wilds für den eigenen Gebrauch. Zudem wurden neue Arbeitsplätze geschaffen: So wachen beispielsweise Schäfer über die Anzahl des Wildes und deren Lebensbedingungen. Als besonderer Meilenstein wurde im Jahr 2005 in der Region die Grootberg Lodge eröffnet –  die erste Lodge, die zu 100 Prozent im Besitz einer Community ist. Die ersten Jahre wird die edle Unterkunft in Zusammenarbeit mit dem Privatunternehmen EcoLodgistix geführt, wobei zahlreiche Arbeitsplätze für Menschen aus der Region entstanden. Die Gemeinde ist am Umsatz beteiligt. In 2015 ist die komplette Übernahme der Lodge durch die Community geplant.

 

Torra Conservancy

 

In Nordwesten Namibias, in der Kunene Region, liegt die Torra Conservancy, die bereits im Juni 1998 als Conservancy registriert wurde. Mit 3.522 Quadratkilometern Fläche und 1.200 Einwohnern gehört sie zu den ältesten Conservancies Namibias. In dem Gebiet leben zahlreiche Tiere, unter anderem Elefanten, Spitzmaulnashörner, Leoparden, Giraffen, Zebras und Antilopen. Zwei Drittel der Einkommen werden heute durch den Tourismus erwirtschaftet, vor allem durch Trophäenjagd, touristische Unternehmen sowie die Nutzung des Wildfleischs für eigene Zwecke. Die Torra Conservancy ist eine der Vorbildregionen Namibias, in denen die Zusammenarbeit mit privaten Tourismusunternehmen zum Erfolg geführt hat. Bereits Mitte der 90er Jahre suchte die NGO (Nicht-Regierungs-Organisation) „Integrated Rural Developement and Nature Conservation“ nach geeigneten Investoren für die Region. Es entstand das erste Joint Venture Modell mit dem Privatunternehmen Wilderness Safaris. Gemeinsam wurde die erste Unterkunft, das Damaraland Camp, entwickelt. Die Community erhielt Gelder für die Pacht des Landes sowie eine Umsatzbeteiligung an der Lodge. Zudem entstanden Arbeitsplätze für die Menschen aus der Gemeinde. Die luxuriöse Unterkunft mit einem spektakulären Blick auf den Huab Fluss ist bekannt für seine Safaris zu den Wüstenelefanten. Zirka 25 Menschen aus der Torra Conservancy arbeiten heute in dem Camp. Zwei lokale Frauen sind sogar in Managementpositionen aufgestiegen. Das Einkommen der Torra Conservancy ist zwischen 1996 und 2007 um das 32fache gestiegen. Wilderness Safaris betreibt mittlerweile auch mit anderen Conservancies erfolgreiche Partnerschaften, wie beispielsweise das Doro !Nawas Camp in der gleichnamigen Communal Conservancy im Nordwesten Namibias. Bis heute sind durch Wilderness Safaris 330 Arbeitsplätze in ganz Namibia geschaffen worden.

 

Mudumu North Complex

 

Der Mudumu North Complex (MNC) ist eine kleine Gruppe verschiedener Conservancies, Community Forests und staatlich geschützter Gebiete, die im Ostcaprivi liegen. Das Gebiet umfasst eine Größe von 3.400 Quadtratkilometern auf beiden Seiten des Kwando Flusses. Die wichtigste natürliche Ressource liefert der Kwando Fluss mit seiner prachtvollen Flora und unzähligen Wildtieren wie Elefanten, Büffeln, Nilpferden, Krokodilen, Löwen und Wildkatzen, die in dieser fruchtbaren Gegend leben. Der Wildreichtum hatte in den 70er und 80er Jahren durch Wilderei gravierend abgenommen. Giraffen, Spitzmaulnashörner und Elenantilopen waren nahezu ausgestorben. Im Jahr 1990 wurden die traditionellen Führer der Region von Mitgliedern der Nicht-Regierungs-Organisation „Integrated Rural Developement and Nature Conservation“ angehalten, die kleinen Gemeinden stärker in Entscheidungsprozesse zu involvieren und sie an Wildschutzprojekten zu beteiligen. Wilderei sollte somit eingedämmt werden, und die Menschen der Region durch touristische Projekte nachhaltig vom Tierreichtum profitieren. Nach vielen Jahren formten sich die ersten Conservancies in diesem Gebiet wie die Mayuni und Kwandu conservancy, die im Jahr 1999 offiziell registriert wurden. Die Menschen der Region erhielten damit offiziell das Recht, Wildtiere auf ihrem Gebiet touristisch zu nutzen. Das Waldgesetz von 2001 ermöglichte schließlich auch die Bildung von sogenannten Community Forests: Die Gemeinde erhielt Rechte an der kontrollierten und limitierten Nutzung ihrer Wälder. In 2005 wurden die verschiedenen Conservancies und Community Forests rund um den Kwando Fluss zum Mudumu North Complex zusammengeführt. Heute machen die Erlöse aus touristischen Projekten wie kontrollierter Trophäenjagd und Joint Ventures mit touristischen Unternehmen den Großteil der Einnahmen aus. Viele neue Arbeitsplätze konnten vor allem in Camps und Lodges geschaffen werden.

 

Die Sheya Uushona Conservancy

 

Die Sheya Uushona Conservancy liegt im Norden Namibias, in der Omusati Region oberhalb des Etoscha-Nationalparks. Sheya wurde im September 2005 von der Regierung als Conservancy registriert. Auf dem 5.066 Quadtratkilometer großen Gebiet leben rund 35.000 Menschen. Der Name der Conservancy stammt von König Sheya, der zwischen 1862 und 1878 in der Region regierte. Die wichtigsten Einnahmequellen sind Getreideanbau (vor allem Mahangu), Viehhaltung und Einnahmen aus kleinen Betrieben. Der touristische Sektor spielt noch eine untergeordnete Rolle, wobei der Tierreichtum in der Gegend touristisches Potential birgt. Elefanten, Löwen, Strauße und Antilopen sind in der Sheya Uushona Conservancy beheimatet. Das Ziel ist es, eine lebenswerte Umgebung für die Tiere zu schaffen, so dass diese wieder vermehrt in die Region zurückkehren. Dies wiederum soll den Tourismus ankurbeln. So könnten in Zukunft touristische Unternehmen entstehen und Trophäenjagd angeboten werden. Erste Erfolge wurden bereits verbucht: Durch effektive Natur- und Tierschutzmaßnahmen sind einige Wildtiere wie  Elefanten, Oryxantilopen und sogar Spitzmaulnashörner in die Region zurückgekehrt. Die Nähe zum Etoscha-Nationalpark, dem wichtigsten Touristenmagneten des Landes, wird ebenso als Chance für die Region gesehen.  So könnte beispielsweise ein weiteres Tor zum Etoscha- Nationalpark bei Narawandu eröffnet werden, was sicherlich den Zugang für Touristen zur Sheya Uushona Conservancy erleichtern würde.


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